Interview Peter Muth

Interview mit Peter Muth

NamePeter Muth
Funktion im Chor1. Vorsitzender
StimmeTenor
Seit 2008 schon im Vorläufer des Vereins, dem LGS Projektchor, aktiv

 

 

Interview von Eva Moch und Torsten Sprengel

 

Eva: Warum singest du im Chor? Du bist schon etliche Jahre unser erster Vorsitzender im Chor. Warum singst du überhaupt im Chor?

Peter: Weil ich mir vor vielen Jahren mir eine Gitarre zugelegt habe. Vor wirklich vielen Jahren. Wenn man dazu singt, klingt es schöner, hab das auch mal in einer Band ausprobiert und bin kläglich gescheitert. Hab mich aber dann doch mal dazu aufgerafft, mit anderen Menschen zu singen und zu spielen, hab dann immer mehr gemerkt, mmh, so toll kann ich`s nicht. Also hab ich Gesangsunterricht genommen und dadurch bin ich in einen Chor gekommen, der dann leider irgendwann aufgehört hat. Und dann ergab sich die Möglichkeit, bei einem Projektchor mitzumachen. Das Repertoire hat mich überzeugt, daher bin ich dabei geblieben und im Laufe der Zeit…Jetzt muss ich den blöden Witz anbringen, „Wer nicht schnell genug wegspringt, ist Vorsitzender“.  Aber ja, da ist dann auch Verantwortung gefragt und in der Position hat man die natürlich. Ich mach`s halt so gut ich kann, singe auch, so gut ich kann. Mit dem neuen Chorleiter macht`s nochmal mehr Spaß, deswegen bleib ich dabei. Unser Chorleiter ist ein zugewandter Mensch, offen und freundlich und für jeden Schabernack zu haben, trotzdem konzentriert bei der Sache und versteht das Singen; er ist ja auch ausgebildeter Sänger.

Torsten: Du hast gesagt, du singst schon lange, wie ist denn da die Zeitspanne?

Peter: Also - die Gitarre hab´ ich mit siebzehn gekauft, jetzt werd´ ich sechzig.

Kommentar: Das ist ja ´ne ziemlich lange Musik „karriere“…

Peter: Die erste Band hatte ich als Zivildienstleistender mit ein paar Leuten aus dem Kindergottesdienst bzw. den Konfirmanten. Wir hatten auch zwei Auftritte damals, mit selbstgeschriebenen Stücken, ich hab gesungen, die anderen haben die Stücke geschrieben. Das war schon spannend. Die Bühne hat mich damals irgendwie angefixt, auch teilweise das Theaterspielen. So ging das dann weiter. Mit dreißig hab´ ich es nochmal mit einer Band probiert und hab danach noch ein bisschen Gesangsunterricht genommen. In den 90er -Jahren war ich dann bei den „Hightownvoices“, welche übrigens im Moment ein Revival erleben zusammen mit Annika Klar, die ziemlich bekannt ist im Rhein-Main-Gebiet. Die spielen solche Formate wie “Rock und Gebläse“. Wer sich für fetzige Rockmusik interessiert, kann sich das mal angucken. Das hat was! So dreißig Leute auf der Bühne und vier Sänger. Das hat was!  In der Zwischenzeit bin ich zu diesem Chor gekommen, der erst keinen Namen hatte, dann ein Projektchor für die Landesgartenschau war.

Eva: Du spielst Gitarre und singst. Was bedeutet denn Singen genau für dich?

Peter: Es rührt meine Gefühle an und macht mich glücklich, auch manchmal traurig, wenn das Lied entsprechend ist.  Musik und auch Gerüche sind Eindrücke, die sehr direkt mit dem Gefühl verknüpft sind, hör ich eine Musik, die mit einem Ereignis verknüpft ist, dann bin ich da wieder, spür ich das wieder und erlebe es nochmal.

Torsten: Bisschen genauer?

Peter: Musik ist auch Ausdruck meiner Persönlichkeit, es geht sogar auch so weit, dies ein Stück weit zu schauspielern. Denn wenn ich einen Titel singe, dann hat der Text ja eine Aussage und das Singen gelingt mir natürlich leichter, wenn ich voll hinter der Aussage stehe. Es gibt auch Aussagen, in die kann ich mich nicht hineinversetzen. Im Chor mag ich sehr die Liebeslieder vom Elvis, das „Halleluja“ und noch einige. Das Lied „The Rose“ ist so eins, komischerweise, das etwas in mir auslöst.

Torsten: Was würdest du eventuell interessierten Sängerinnen und Sängern sagen?

Zuerst sollten sie sich überlegen, ob ihnen unser Repertoire gefällt und ob sie damit klarkommen, Evergreens, Rock- und Popmusik zu singen. Es ist auch OK wenn diese Person, wenig über sich selbst im Bezug auf Singen kennt und wenig Erfahrungen mit Singen und Chormusik hat. Man kann im Chor selbst Erfahrungen sammeln und wirklich viel lernen. Meinen gesanglich- stimmlichen Ausdruck habe ich erst in der kurzen Stimmausbildung und dann viel mehr über die Zeit in der Chorgemeinschaft "HinGehört" gefunden. Da singe ich wesentlich länger als sonst wo…und es gibt dort eine gratis Stimmausbildung! Und es wird geübt! Interessierte sollten einfach mal kommen, sich umschauen, ob ihnen die Situation und die Sängerinnen und Sänger sympathisch sind, und wenn das stimmt, sie Zeit haben und gerne singen, dann sind sie in der Chorgemeinschaft "HinGehört" gut aufgehoben.

Eva: Wie sähe dein Sonntagabend ohne die Chorgemeinschaft „HinGehört“ aus?

Peter: Dann wäre auf jeden Fall ein Platz frei, und es würde mir auf jeden Fall etwas fehlen. Ich weiß nicht, ob ich das in gleicher Form mit einem anderen Chor füllen könnte. Der „Tatort“-Krimi ist für mich nicht der passende Lückenfüller. Ich erlebe Fernsehen grade zurzeit als Zeitverschwendung. Wenn ich fernsehen will, dann wähle ich bewusst aus. „Tatort“ – wenn´s denn wirklich sein soll, dann auf Abruf im Internet oder anderthalb Stunden später in einem anderen Programm..

 

Danke, Peter, für dieses Auftakt Gespräch in dieser Interview Reihe und für dein Engagement in der Chorgemeinschaft HinGehört.