Interview mit Torsten Sprengel

NameTorsten Sprengel
Funktion im Chor2. Vorsitzender, Webmaster,
StimmeTenor, Bass...
was gerade gebraucht wird
Seit 2008 schon im Vorläufer des Vereins, dem LGS Projektchor, aktiv

 

 

Interview von Eva Moch und Peter Muth

Eva: Du bist unser zweiter Vorsitzender im Chor. Wir wollen gern wissen: Warum singst im Chor? Was hast du damit zu tun?

Torsten: Naja, ich singe im Chor, weil`s Spaß macht. Ich singe schon relativ lange in Chören, hab meine musikalische Chorkarriere in einem reinen Männerchor begonnen, in meinem damaligen Wohnort. Dort habe ich relativ lange gesungen und irgendwann festgestellt, dass das eine Chorgattung ist, die es zunehmend schwerer hat und wo jeglicher Wandel/ Neuentwicklung strikt abgelehnt wird. Da war für mich dann der Punkt erreicht, zu sagen, nein, das möchte ich nicht. Zudem hat sich dann für mich vereinsmäßig in Sachen Karneval etwas verändert, und dadurch hatte ich dann auch weniger Zeit zum Singen. Da habe ich pausiert, so etwa zwei Jahre. Dann kam ein Anruf von einer Freundin: „Hast du Lust, in einem modernen Chor zu singen?“

Das hat mich neugierig gemacht. Und dann gab es ein Treffen des Projektchors auf dem Johannisberg, und es waren 16 Leute da. Wir haben uns gegenseitig vorgestellt und vereinbart, dass wir uns nach den Sommerferien treffen wollen. Gesagt, getan - so war`s dann auch und die 16 Leute waren da. Die Akteure haben richtig dann Werbung gemacht im Freundes- und Bekanntenkreis, und dann war aus den 16 Menschen in relativ überschaubarer Zeit ein Projektchor entstanden von nahezu 50 Sängerinnen und Sängern . Das war der „Projektchor der Landesgartenschau Bad Nauheim 2010“. Mir fehlte dann immer noch „GmbH und Co-KG“ (lacht)…, das war halt so ein sperriger Begriff, unfassbar! Die Verantwortlichen der Landesgartenschau haben uns halt diese Begrifflichkeit verordnet. Mit diesem Chor sind wir fast 20 Mal während der Landesgartenschau aufgetreten Es hat so viel Spaß gemacht, dass daraus die Chorgemeinschaft HinGehört entstanden ist.

Peter: Wie sind deine ersten Erfahrungen mit dem Singen? - als Kind , als Jugendlicher?

Torsten: Nee, Musikunterricht war eher ungeliebt. Im Nachhinein betrachtet, war der unprofessionell geleitet. Mein erster Kontakt zur Musik war mein Mitspielen im Fanfarenzug, auch mit der B-Trompete, so sind Notenkenntnisse zumindest in Teilbereichen vorhanden. Und dann kam halt der besagte Männerchor dazu. Ja, es ging los 1991, ich war mit meiner technischen Ausbildung fertig, und da hat mein Schwiegeropa gesagt: „Du kannst doch Trompete spielen, du kannst Noten, geh´ste mal mit“ – da war ich 26 – und seitdem, mit einer kurzen Unterbrechungen, bin ich aktiv.

Eva: Was bedeutet das Singen für dich?

Torsten: Um in einem Chor zu singen, zu wollen oder zu können, muss man grundsätzlich Spaß am Gesang haben und Spaß auch am Bühnenauftritt. Das Singen ist natürlich immer mit Emotionen verbunden. Man kann sich wahnsinnig freuen, wenn man die Message, die ein Lied zum Thema hat, so `rüberbringen kann, dass die Zuhörer von der Aussage und dem Klang des Liedes gefesselt sind. Ich denke gern an eine Situation: Wir haben damals noch als Projektchor an der Dankeskirche das Einsingen gemacht. „ Lollipop“ war damals ganz neu für uns im Repertoire. Wir haben das Lied, weil es an einer Stelle geharkt hat, immer wieder gesungen. Die Leute sind stehengeblieben, haben uns zugehört und einen großen Applaus gegeben, obwohl das Lied an dieser Stelle weder einen gescheiten Anfang noch ein gescheites Ende hatte. Die Leute haben einfach nur das Lied gekannt und fanden es gut. Und das ist genau der Punkt, der Spaß macht!

Peter: Frage: Was sind jetzt deine Lieblingslieder?

Torsten: Ich finde, das gesamte Repertoire unseres Chors ist einmalig in der Wetterauer Chorlandschaft, das kann man schon sagen. Natürlich sind Lieder dabei, die ich weniger gern singe - so rum würd´ ich das Pferd aufzäumen, es ist das Gesamte, was unseren Chor ausmacht, und das macht auch den Spaß aus.

Eva: : Was würdest du eventuell interessierten Menschen sagen?

Eine interessierte Person würde ich ermutigen, einmal in unsere Chorprobe zu kommen, reinzuschnuppern, zunächst mal unverbindlich, um das Miteinander - auch mit unserem Chorleiter - zu erleben. Die Person könnte unser Repertoire erleben, live, und erfahren, dass die sogenannte leichte Muse u.U. nicht so leicht ist wie sie sich erstmal anhört. Die Radiosongs, die wir singen, da kennt man natürlich nur die Melodiestimme, die wird meistens vom Sopran gesungen, und alle anderen Stimmen müssen sich da unterordnen. Und das Singen selbst hat mit der Radiomelodie erstmal wenig bis gar nichts mehr zu tun.

Peter: Du meinst, da gibt es was zu lernen?

Ja, man muss Freude am Lernen haben. Bei den Chorproben singe ich immer leise oder auch im Kopf, wenn andere gerade üben, meine Stimme mit. Das macht einen ziemlich stimmsicher. Da kann passieren was will, wenn du die Stimmen draufhast, dann passt das.

Peter: Wie sähe dein Sonntagabend ohne Chorgemeinschaft HinGehört aus?

Torsten: Leer.

Eva: Mir kommen die Tränen.

Torsten: lacht.

Peter: Vielen Dank für dein Engagement im Chor. Das war schon immer sehr hoch und ist durch alle Höhen und Tiefen konstant geblieben. Das macht nicht jeder so!